Tradition in Blüte: Lions Club pflanzt zwei Rinnekloden-Bäume in Kerpen-Blatzheim

Engagierte Lions setzen ein Zeichen für Obstsortenvielfalt und regionale Tradition

Bei herrlichem Frühlingswetter trafen sich am 6. März 2026 Mitglieder des Lions Clubs auf einer Wiese in Kerpen-Blatzheim, um ihrer guten Tradition erneut nachzukommen: das alljährliche Pflanzen von Obstbäumen. In diesem Jahr wurden zwei Rinnekloden-Bäume in die Erde gebracht – eine Obstsorte, die in Deutschland zunehmend in Vergessenheit gerät und besonderen Schutz verdient.

Gemeinsam für die Natur – und füreinander

Mit Spaten, guter Laune und einem gemeinsamen Ziel versammelten sich die Lions-Mitglieder auf einer Streuobstwiese in Kerpen Blatzheim. Die Pflanzaktion verlief reibungslos – zwei junge Rinnekloden-Bäume fanden ihren festen Platz im Boden und ergänzen damit den bestehenden kleinen Obstbaumbestand auf der Wiese.

Nach getaner Arbeit ließ man es sich gemeinsam gut gehen: Mit Käse- und Mettbrötchen sowie erlesenen Spirituosenspezialitäten wurde die erfolgreiche Mission gebührend gefeiert – denn auch gesellige Gemeinschaft gehört zum Selbstverständnis des Lions Clubs.

"Wir pflanzen hier nicht nur Bäume, wir pflanzen Erinnerungen und ein Stück Heimatgeschichte"

Exkurs: Die Rinneklode – eine fast vergessene Pflaumenkönigin

Was ist eine Rinneklode?

Die Rinneklode (auch Reineclaude oder Reneklode) ist eine alte Pflaumensorte aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Sie geht auf die französische Königin Claude de France (1499-1524) zurück, nach der sie benannt wurde - auf Französisch heißt sie bis heute 'Reine-Claude', also 'Königin Claude'. Nach Deutschland gelangte sie im 17. und 18. Jahrhundert und wurde rasch zu einer der beliebtesten Pflaumenarten in Haus- und Bauerngärten.

Geschmack und Merkmale

Die Früchte der Rinneklode zeichnen sich durch ihre runde bis ovale Form und ihr gelblich-grünes bis leicht rötliches Erscheinungsbild aus. Das Fruchtfleisch ist besonders saftig, süß-aromatisch und von einer feinen Honignote durchzogen – was die Rinneklode geschmacklich deutlich von der gewöhnlichen Pflaume abhebt. Sie eignet sich hervorragend zum Frischverzehr, aber auch für Marmeladen, Kompott, Kuchen und edlen Obstbrand.

Warum ist die Rinneklode selten geworden?

Leider gehört die Rinneklode heute zu den bedrohten Obstsorten in Deutschland. Industrielle Landwirtschaft und der Handel bevorzugen Sorten, die ertragreich, transportstabil und optisch einheitlich sind. Die Rinneklode erfüllt diese Kriterien nur bedingt: Die Bäume tragen unregelmäßig, die Früchte sind empfindlich und schlecht lagerfähig. Zudem sind viele alte Bäume in Streuobstwiesen und Hausgärten schlicht überaltert und nicht nachgepflanzt worden.

Naturschutzorganisationen wie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) sowie regionale Initiativen führen die Rinneklode in ihren Sortenschutzprogrammen für alte Obstgehölze. Das Engagement von Gruppen wie dem Lions Club – der solche Bäume aktiv nachpflanzt – ist daher nicht nur ein gesellschaftlicher Beitrag, sondern auch ein wertvoller Akt des Naturschutzes und der Erhaltung regionaler Kulturlandschaften.

Lions Club und Nachhaltigkeit – eine Herzensangelegenheit

Die alljährliche Pflanzaktion ist für den Lions Club Kerpen weit mehr als ein symbolischer Akt. Sie steht für das Bekenntnis zur Region, zur Umwelt und zur Verantwortung gegenüber kommenden Generationen. Die Streuobstwiese in Kerpen-Blatzheim wächst damit Jahr für Jahr – ein lebendiges Denkmal des ehrenamtlichen Engagements.

Die nächste Pflanzaktion ist bereits für das Frühjahr 2027 geplant. Interessierte, die den Lions Club bei seiner Arbeit unterstützen möchten, sind herzlich eingeladen, Kontakt aufzunehmen.